Sheabutter, Kokosöl & Co — Welche Basis passt zu dir?

Sheabutter, Kokosöl, Jojobaöl, Arganöl — die Auswahl an natürlichen Basisölen und -fetten ist riesig. Aber welches passt zu deinem Hauttyp? Nachdem ich die letzten drei Jahre mit Naturkosmetik experimentiert hab (und meine Badezimmer-Ablage aussieht wie ein Labor), hier meine praktische Übersicht.

Sheabutter — die Allrounderin für trockene Haut

Sheabutter ist mein absoluter Favorit. Gewonnen aus den Nüssen des Karité-Baums (Westafrika), ist sie bei Raumtemperatur fest und schmilzt auf der Haut. Was sie so besonders macht:

Qualitäts-Check Sheabutter: Unraffinierte Sheabutter riecht nussig-rauchig und ist elfenbeinfarben bis leicht gelblich. Raffinierte Sheabutter ist weiß und geruchlos — aber auch Wirkstoff-ärmer, weil die Raffination den unverseifbaren Anteil reduziert. Natives Bio-Siegel ist hier tatsächlich relevant.

Kokosöl — kontrovers, aber effektiv

Kaum ein Öl spaltet die Gemüter so wie Kokosöl. Die einen schwören drauf, die anderen kriegen Pickel, wenn sie's nur anschauen. Die Wahrheit liegt dazwischen:

Mein persönlicher Kokosöl-Hack: Als Pre-Wash-Haarmaske. Großzügig in die Längen geben, 30 Minuten einwirken lassen, dann normal shampoonieren. Die Haare sind danach weicher und glänzender, und das Öl zieht nicht in die Kopfhaut ein.

Jojobaöl — das Chamäleon unter den Ölen

Jojobaöl ist chemisch gesehen gar kein Öl — es ist ein flüssiges Wachs. Es besteht zu 97% aus Wachsestern, die dem menschlichen Sebum (Hauttalg) extrem ähnlich sind. Deshalb zieht es so gut ein und fühlt sich nicht fettig an.

Arganöl — das flüssige Gold

Arganöl ist teuer, und das aus gutem Grund: Die Gewinnung ist aufwendig (die Nüsse der Argan-Frucht werden traditionell von Hand geknackt), und die Ausbeute ist gering. Aber die Zusammensetzung ist beeindruckend:

Arganöl ist kein Basisöl im klassischen Sinne — es ist zu kostbar dafür. Ich nutze es pur als Nachtpflege (3-4 Tropfen aufs feuchte Gesicht) oder als Booster in einer DIY-Creme (5-10% der Ölphase).

Schnell-Referenz: Welches Öl für was?

HauttypEmpfohlenes Öl
Trocken, reifSheabutter, Arganöl, Avocadoöl
Ölig, MischhautJojobaöl, Traubenkernöl, Hanföl
SensibelJojobaöl, Sheabutter (unraffiniert)
Körper (trocken)Kokosöl, Sheabutter, Mandelöl
HaareKokosöl, Arganöl, Rizinusöl

Und denk dran: Weniger ist mehr. Ein bis zwei Tropfen Öl auf die feuchte Haut reichen völlig. Der Fehler den ich am Anfang gemacht hab: zu viel Öl, und dann gewundert warum ich glänze wie eine Speckschwarte.